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- aktuelle Meldung - Wende im Fall Wallenberg? |
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Buch über Raoul Wallenberg Christoph
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Wende im Fall Wallenberg? Die
Wallenberg-Forscher Susanne Berger und Vadim Birstein haben am 31.03.2010 in
einem Brief an Angehörige von Wallenbergs im August 2009 verstorbenen
Halbbruder Guy von Dardel, interessante Neuigkeiten zu Wallenbergs Schicksal
bekannt gegeben. Archivare
des russischen Geheimdienstes FSB teilten Berger und Birstein auf eine
Anfrage im November 2009 mit, dass Raoul Wallenberg mit großer
Wahrscheinlichkeit irgendwann im Jahr 1947 zum “Gefangenen Nr. 7“ im
Lubjanka-Gefängnis in Moskau wurde. „Gefangener
Nr. 7“ wurde dort am 22.07.1947 von 18.50 Uhr bis 19.25 Uhr verhört. Am
23.07.1947 wurde dieser Gefangene erneut, diesmal über 16 Stunden (1.50 Uhr
bis 18.30 Uhr) verhört. Es
ist sehr bemerkenswert, dass Seitens des FSB damit eingeräumt wird, dass
Wallenberg noch nach dem 17.07.1947 am Leben gewesen sein kann. Das Datum ist
von Bedeutung, da in einer Erklärung vom 06.02.1957, die vom damaligen
Vizeaußenminister Andrej Gromyko an den schwedischen Botschafter übergeben
wurde, aus einem angeblichen „Archivdokument aus der Krankenstation“ vom
17.7.1947 zitiert wurde. Danach war der „Gefangene Walenberg heute nacht
plötzlich in seiner Zelle“ verstorben, vermutlich in Folge eines
Myokardinfarkts. Dies Dokument könnte sich auf Wallenberg beziehen, hieß es
damals, und man müsse den Schlus ziehen, dass Wallenberg im Juli 1947
verstarb. Im
Januar 1961 erfuhr die schwedische Professorin Nanna Svartz nach eigenen
Angaben auf einem internationalen Medizinerkongress in Moskau von ihrem
russischen Kollegen Mjasnikow, dass dieser den Fall Wallenberg kenne und
dieser Patient sich in einem sehr schlechten Zustand befände. Dies führte
1964 zu einer Erklärung des stellvertretenden Außenministers Orlov gegenüber
dem schwedischen Botschafter in Moskau, dass keine Zweifel daran bestünden,
dass Wallenberg am 17.07.1947 im Lubjanka-Gefängnis verstorben sei. Auch die
russische Seite einer im Jahr 1991 gebildeten schwedisch-russischen
Arbeitsgruppe zur Aufklärung von Wallenbergs Schicksal hielt in ihrem im
Januar 2001 vorgelegten Abschlußbericht fest, dass Wallenbergs Tod im Juli
1947 erwiesen sei. Von schwedischer Seite wurde dies nicht akzeptiert. Berger
und Birstein müssen einräumen, dass die Möglichkeit nicht völlig
ausgeschlossen werden kann, dass eine andere Person als Wallenberg am 22. und
23.7.1947 als Gefangener Nr. 7 verhört wurde. So könnten im Jahr 1947 mehrere
Personen zu unterschiedlichen Zeiten
als Gefangener Nr. 7 geführt worden sein. Allerdings ist schon seit langem
bekannt, dass am 22.07.1947
Mitgefangene Wallenbergs verhört worden sind. Eine
offizielle Stellungnahme des FSB zu einer Anfrage des schwedischen
Botschafters vom Dezember 2009 soll noch ausstehen. Die russischen Stellen
müssen erklären, ob Raoul Wallenberg tatsächlich am 22. und 23. Juli 1947
verhört wurde und was mit ihm geschehen ist. Andernfalls müssen sie
offenlegen, welcher Gefangene sich zum genannten Zeitpunkt hinter der Nr. 7
verbarg und weshalb Archivare des FSB zu der Annahme kamen, dass dies mit
großer Wahrscheinlichkeit Wallenberg war. Susanne
Berger und Vadim Birstein ist zu danken, dass sie sich seit vielen Jahren um
eine Aufklärung von Wallenbergs Schicksal bemühen. Vielleicht war es ihnen
möglich, im November vergangenen Jahres eine Wende in der russischen Haltung
einzuleiten. Unverständlich erscheint, dass beim Besuch des
russischen Präsidenten Medwedew in Stockholm im November 2009 und beim
Gegenbesuch des schwedischen Ministerpräsidenten Reinfeldt am 11.03.2010 in
Moskau die Frage um den Gefangenen Nr. 7 kein Thema gewesen sein soll. Weitere Infos: Brief von Berger und Birstein vom 31.3.2010 "Das Andenken an Raoul Wallenberg sollte ein Ansporn sein für andere, ebenfalls zu
handeln, für künftige Generationen zu handeln, für uns alle zu handeln." Worte des UN-Generalsekretärs Kofi Annan in einem
Grußwort zur Eröffnung der Wanderausstellung "Lichter in der Finsternis:
Raoul Wallenberg und die Rettung der Budapester Juden 1944/45." In seiner Ansprache von der Knesset in Jerusalem
führte Bundespräsident Horst Köhler am 2. Februar 2005 aus: Yad Vashem ist ein Ort der Trauer und des
Gedenkens. Yad Vashem ist aber auch ein Ort der Menschlichkeit und der
Hoffnung, so habe ich das empfunden. Ich verneige mich in Scham und Demut vor
den Opfern und vor denen, die ihnen unter Einsatz ihres Lebens geholfen
haben. Einer von ihnen war Raoul Wallenberg, an den Sie gestern
erinnert haben.“ Von Juli 1944 bis Januar 1945 setzte
der Schwede Raoul Wallenberg in Budapest sein Leben, für die vom Tode
bedrohten ungarischen Juden ein. Wallenberg entwarf sogenannte Schutzpässe,
die an Juden verteilt wurden. In über 30 Schutzhäusern brachte er die
Notleidenden unter. Wallenberg sorgte für die Verpflegung und ärztliche
Betreuung. Er begleitete mit anderen Helfern die Marschierenden auf dem
Todesmarsch im November 1944, verteilte Schutzpässe und Essen und konnte
einige Hundert von ihnen befreien. Wallenbergs Verhalten wurde von den Vertretern
anderer neutraler Staaten nachgeahmt. Durch Raoul Wallenberg und andere
Personen konnten über 119.000 Juden in Budapest die Zeit der Besetzung
überleben. Im Januar 1945 wurde Raoul
Wallenberg von russischen Soldaten gefangengenommen und nach Moskau gebracht.
Nach zunächst widersprüchlichen Angaben gab die Sowjetunion 1957 an,
Wallenberg sei vermutlich 1947 in einem Moskauer Gefängnis verstorben. Auch
Rußland hält am Todesjahr 1947 fest, ohne Beweise vorlegen zu können. Am 22. Dezember 2000 wurden Raoul
Wallenberg und sein mit ihm verschleppter Mitarbeiter Vilmos Langfelder
offiziell von Rußland rehabilitiert. Der Generalstaatsanwalt erklärte,
Wallenberg und Langfelder seien widerrechtlich festgenommen und aus
politischen Gründen ihrer Freiheit beraubt worden. Am 12. Januar 2001 hat die
schwedisch-russische Untersuchungskommission ihre Berichte vorgelegt. Die
russische Seite beharrt auf ihrer Darstellung, Wallenberg sei im Juli 1947 in
Moskau ums Leben gekommen. Die schwedische Seite hält dieses nicht für
erwiesen. Dokumente liegen nicht vor. Im Jahr 2003 gab Schweden einen Bericht
über eigene Versäumnisse in den ersten Jahren nach Wallenbergs Verschleppung
heraus. Einer Untersuchung über Versäumnisse in späteren Jahren – wie sie der
russische Bericht von 2001 nahe legt - fehlt noch. Seit 2008 ist im Internet
eine Datenbank über Dokumente und Zeugenberichte abrufbar. Es spricht viel dafür, daß Wallenberg noch nach 1947 lebte. Die Nachforschungen müssen weitergehen. |
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Informationen zu Raoul Wallenberg – Ehrenbürger der
USA, Kanadas und Israels – gibt seit 1994 die genannte Wanderausstellung. Sie
war bisher an über 50 Orten in Deutschland, Österreich und Ungarn zu sehen,
u.a. im Bundesarchiv in Koblenz, in der Deutschen Bibliothek/Deutsche
Bücherei, sowie etwa Schulen und Landtage in verschiedenen Bundesländern. Die
aktuellen Ausstellungstermine finden Sie unter AUSSTELLUNG. Informationen zu Raoul Wallenberg sind seit Januar
2000 auf dieser Internetseite abrufbar. Die wesentlichen Informationen über
Wallenberg und die Rettungsaktion sind dem Begleitheft zur Ausstellung
entnommen. Ebenfalls werden weitere Personen vorgestellt, die zur Rettung von
Verfolgten in Ungarn 1944/45 beitrugen. Unter LITERATUR
befinden sich Übersichten zu Veröffentlichungen über Raoul Wallenberg,
die Rettungsaktion in Ungarn sowie weitere Retter. In Deutschland ist folgende Biographie über Raoul
Wallenberg erhältlich: Links
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© Christoph Gann, Herrenbergstraße 7, 98617 Meiningen disclaimer/Haftungsausschluss |
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